Mein Weg zum VW Porsche 914
oder aller guten Dinge sind 3

 

Den ersten Kontakt zum VW Porsche 914 bekam ich wohl als Grundschüler. Auf meinem Schulweg kam ich jeden Tag an einem Fahrzeug dieser Art vorbei. Dieser Wagen war übrigens sonnengelb. Erst Jahre später lernte ich den einstigen Besitzer kennen. Der erzählte mir, daß das Fahrzeug inzwischen aufgrund schadhafter Benzinschläuche abgebrannt sei.

Zum ersten 914er kam ich dann im Jahre 1986.

Der Vater eines Arbeitskollegen besaß 3 dieser Fahrzeuge und ich konnte einen 1,7 l. von 1971 zu einem günstigen Preis (1000.-DM) erwerben. Gefahren bin ich mit diesem Auto nur einmal, mit roter Nummer vom Verkaufsort nach Hause.

Der Eintrag im Kfz- Brief, mindestens 7 Besitzer, sollte mir eigentlich zu denken geben. Doch blauäugig und voller Tatkraft begann ich erst einmal, den Wagen zu zerlegen. Schon dabei fielen mir verschiedene Dinge auf. So war z.B. der Motor nicht original, er stammte aus einem VW Typ 3 von 1968, montiert war eine Doppelvergaseranlage. Außerdem hatte das Fahrzeug schon viele verschiedene Farbtöne gehabt und war an fast allen bekannten Stellen durchgerostet. Fast alle Ausstattungsteile waren irgendwie beschädigt und die Chromteile waren einfach schwarz angestrichen. Trotzdem habe ich an dieser Stelle noch nicht aufgegeben und mich zuerst einmal mit dem Motor beschäftigt. Den habe ich dann wieder in einen passablen Zustand versetzt, d.h. er liegt heute zum Einbau bereit im Regal.

Bundeswehrzeit, Umzug und Meisterschule ließ dann lange Zeit keine Möglichkeit Geld, Freizeit und Lust in das Fahrzeug zu stecken.

Nach der Meisterschule erinnerte ich mich dann wieder an das Projekt 914 und kalkulierte einmal eine komplette Restauration des vorhandenen Fahrzeugs durch.

Niederschmetternd das Ergebnis, dann ein kurzer Entschluss; Fahrzeug auseinander sägen, die besten Teile aufheben, den Rest verschrotten.

VW Porsche wollte ich dennoch fahren, und ich schaute mir verschiedene Fahrzeuge, meist aus Inseraten verschiedener Marktzeitschriften an. Preisgrenze sollte ca. 7.000 DM sein.

Bis zur Mosel führten meine Besichtigungstouren 1996 zu Fahrzeugen die zum Teil kaum besser waren als das Fahrzeug was ich vorher verschrottet hatte.

Die Wahl fiel schließlich im selben Jahr auf einen 914 2,0 l. Baujahr 1975, den ich dann eigentlich nur gekauft habe um endlich auch einmal fahren zu können.

Zum Fahrzeug bekam ich eine Akte mit Rechnungen, Fotodokumentation usw. aus der zu ersehen war, welche Teile schon erneuert wurden. Innerhalb von drei Jahren wurden hier ca. 12.000.- DM von den Vorbesitzern investiert. Leider war auch dieser Wagen schon stark vom Blech her nachgearbeitet.

Spaltmaße und Karosseriekonturen passten nicht so genau. Die Karosserie war original in Hellelfenbein gehalten, zwischenzeitlich rot und nun in schwarz metallic lackiert. Hinzu kam, das die beiden Kofferräume mit Unterbodenschutzstruktur versehen waren.

Das alles machte mir dennoch nicht so viel aus den ich konnte endlich mit einem technisch guten Fahrzeug fahren und das für deutlich unter 10.000.- DM.

Wahrscheinlich würde ich den Wagen noch heute fahren, wenn ich nicht zufällig den nächsten Porsche 914 bekommen hätte.

Und das kam so: Ein heutiger Freund und damaliger Meisterschulkollege las schon mal die diversen Anzeigeblätter, dort wurde auch ein Porsche 914 US Reimport angeboten. Er meinte, ich solle dort mal anrufen, rein Interesse halber. Gesagt getan, Termin gemacht... rein Interesse halber...

Schon beim ersten Anblick war alles klar. Originalzustand, schon deutsche Zulassung, ungeschweißt, alles an richtiger Stelle, Serviceheft vorhanden, höchstens drei Vorbesitzer, Wunschfarbe...

Ich glaube ich hätte jeden Preis akzeptiert, aber zum Glück war meine Frau als Verhandlungspartnerin zugegen, und so kam es, dass ich relativ günstig zu einem Topfahrzeug kam, wie sich später herausstellte.

 

Das alles war Anfang '97. Nun hatte ich plötzlich zwei Fahrzeuge. Nun galt es, den anderen Wagen schnellstens zu verkaufen um weitere Geldmittel zur Aufarbeitung des neuen Fahrzeuges freizusetzen. Ein einziges Inserat in der Marktzeitschrift brachte den gewünschten Erfolg. Als VB. Preis hatte ich den Preis genommen, mit dem der Wagen auch 1996 inseriert war. Nicht weniger als 24 Anrufe kamen auf das Inserat, auch lange nachdem der Wagen verkauft war. Der entfernteste Anruf kam aus Madrid.

Zum aktuellen Fahrzeug gibt es folgendes zu berichten: Der Zeitaufwand für die Instandsetzung betrug ca. 180 h. Der Wagen wurde von mir komplett zerlegt, bekam eine neue Außenlackierung (der Wagen war für den US Markt mit einem thermoplastischen Lack versehen, der natürlich nicht mehr im besten Zustand war).

Diverse Ausstattungsteile wurden neu gekauft.

Außerdem musste der Motor nachgearbeitet werden, da er ein wenig undicht war. Restlos zufrieden war ich, als ich zum guten Schluss noch die nachträglich eingebaute Klimaanlage wieder zum Leben erwecken konnte, und zwar mit dem aktuellen Kältemittel R 134a.

Für den guten Zustand des Wagens ist wahrscheinlich sein langer US Aufenthalt bis 1991 in den Staaten Arizona und Californien, dokumentiert durch das noch vorhandene Serviceheft verantwortlich.

Der Wagen macht richtig Spaß, und ich bin überzeugt, dass es lange Zeit so bleibt!

Denn: Aller guten Dinge sind 3   !

 

 

 

  • Technische Daten:
    Typ: 914/4
    Hubraum/PS: 2,0 l. 88 PS
    Fg.- Nr.: 475 290 3072
    Motor Nr.: GC 0 000 006
    Original 150 000 miles
    Erstzulassung: 08.07.75 Phönix/Arizona
    Farbe: L 97 A Diamantsilbermet
  • Ausstattung:
    Sitzbezüge Schottengrau,
    Klimaanlage,
    Katalysator. ungeregelt,
    Colorverglasung,
    Mittelkonsole, -sitzkissen,
    Zusatzinstrumente,
    Nebelleuchten, ...
von Michael Schweer Tel.: 02841/655250 

 

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