Ausflug ins Osnabrücker Land

 

Für das Wochenende 12.-14.09.08 hatten Renate und Wilfried  ein schönes Programm zusammengestellt. Aufgrund nur mäßiger Teilnahmebereitschaft von Clubmitgliedern wurde die Veranstaltung für Gäste ausgeweitet. So konnten alte „Bekannte“ z. B. aus den Niederlanden und Kiel begrüßt werden.

Bei Karmann...

Es ging freitags gegen Abend mit einem Grillen beim Gastgeber los. Da sich insgesamt 21 Fahrzeuge mit Piloten und Copiloten angemeldet hatten und die meisten schon freitags dabei waren, wurde das Grillen statt bei Renate und Wilfried zuhause in die Schrauber-Location verlegt. Ein „stilgerechtes“ Umfeld, in dem die ersten Benzingespräche stattfanden, Bilder getauscht wurden usw.

Die Ausfahrt am Samstag war allerdings der Höhepunkt der Veranstaltung. Zügig ging es im Konvoi früh um 9:15 Uhr los zur ersten Bergrennstrecke in Borgloh.

Nach kurzer Sichtung und Probefahrt durch Wilfried auf mögliche Blitzer und Gegenverkehr (erlaubt sind auf der Strecke am Wochenende eigentlich nur 50 km/h) konnten die Teilnehmer nach Sperrung die Gefährte auf der Strecke ausprobieren.

Danach wurde die nächste Teilstrecke nach Osnabrück zur Karmann Autosammlung unter die Räder genommen. Hier war auch schon wieder Eile geboten, da der Termin dort für 10:00 Uhr vorgesehen war. Dort angekommen fuhren wir mit den Fahrzeugen in das Werksgelände auf den Parkplatz zur Autosammlung. Ein schönes Bild. Frau Schlesinger betreut die Sammlung und führte die anschließenden 45 Minuten durch das Programm.

Führung durch die Sammlung

Man erfuhr dort etwas über die Firmengeschichte, die  derzeitigen Probleme mit Folgeaufträgen für die Produktion, dass Karmann auch als Zulieferer von einzelnen Komponenten tätig  ist und, für uns wichtig, dass Karmann selbst noch zwei Porsche 914 in der Sammlung hat. Gesehen haben wir einen, denn insgesamt umfasst die Sammlung etwa 150 Fahrzeuge, von denen die Hälfte gezeigt werden kann. Ein schöner Überblick über die Firmengeschichte. Klar, dass manch einer im Anschluss noch den Erinnerungsshop aufsuchte und sich entsprechend eindeckte.

 

Museumsmodell
Chris vom holländischen Club knüpfte ebenfalls Kontakt, um in Kürze mit dem holländischen Club eine Werksbe- sichtigung wochentags durchzuführen. Er stellte nämlich fest, dass man eigentlich immer nur in Zuffenhausen im Werk war, aber nie am Standort des eigentlichen Geburtsortes des Fahrzeugs.

Eine weitere kleine Teilstrecke führte uns dann zum Porsche Zentrum Osnabrück. Hier konnten die aktuellen Modelle angesehen  und eine kleine Erfrischung eingenommen werden. Zum Abschied gab es kleinere Geschenke (Tasse etc.) für die Teilnehmer.

Im Porsche Zentrum Osnabrück

Auf kurvenreichen Strecken und wohl noch einer Bergrennstrecke (hier allerdings mit viel Radverkehr) ging es weiter bis zu einem Waldrestaurant zu einem längeren Mittagsaufenthalt. Nach ausgiebiger Pause fuhren wir dann weiter mit dem Ziel Kurpark in Bad Rothenfelde.

Im Park abgestellt, konnten die Fahrzeuge durch die Kurgäste bewundert werden.

Wir bewunderten stattdessen die Salinen oder besser gesagt die Gradierwerke des Ortes und wurden mit einer Führung auf der gleichen in die Vorzüge der Sole eingewiesen... Abschließend wurde die Teilstrecke zum Hotel bewältigt. Eine „klasse Ausfahrt“ ging aufgrund der Kurzweiligkeit viel zu schnell zu Ende.

Mit der Abendveranstaltung mit warmen Buffet und weiteren internationalen Benzingesprächen klang dann der Abend aus.
Auf dem Gradierwerk  Bad Rothenfelde

Dem einen oder anderen war es aufgefallen, dass ein Kameramann beim Autor dieses Artikels den halben Tag an Bord war. Es handelte sich um einen Reporter von DW-TV (Deutsche Welle).

Man sendet hauptsächlich im Ausland und wollte eine Beitrag unter dem Titel Porsche und VW- Familienbande aufgrund der Übernahme Porsche VW drehen, weil es schon einmal eine Kooperation in den Siebzigern mit dem 914 gab, wollte man das Fahrzeug mit in den Beitrag einarbeiten. Der Sendetermin sollte als Tagesthema der Nachrichtensendung auf DW-TV am 25.09.08 sein. Tatsächlich wurde dieser Beitrag aber schon am 23.09.08 gesendet. Knapp verpasst heißt aber nicht verloren, denn erstens musste der Sender erst einmal auf „Eutelsat“ ausfindig gemacht werden und zweitens versprach der Reporter nach seinem anstehenden Auslandaufent-halt eine DVD zuzusenden. Diese wird nach Sichtung als Sicherheitskopie an die Teilnehmer der Veranstaltung weitergegeben. Vielleicht ist ja der eine oder andere im Fernsehen gewesen...
Kameramann in Aktion
Neben dem Reporter von DW-TV war noch ein weiterer Gast dabei. Der heute 70 Jahre alte Herr Schmedt, welcher seinerzeit die Endkontrolle unserer Fahrzeuge bei Karmann durchführte, war bei der Samstagsausfahrt zunächst als Copilot bei Lambert im 914/6 3,2 l. dabei, um nach Abschluss der Dreharbeiten in das leisere Fahrzeug 914/4 vom Schreiber-  ling zu wechseln. Das laute Fahrzeug und die zackige Fahrweise (was er wohl meinte?!) von Lambert waren ihm aufgrund des Alters und gerade erst überstandener Operation am Herzen etwas zuviel. Deshalb wollte er auch mein Angebot annehmen, mit mir im Fahrzeug zu fahren. Im Gespräch mit ihm berichtete er über seine Tätigkeit.

Herr Schmedt (mitte) u.a

So hatte er lediglich in der Endkontrolle etwa 6 Minuten pro Fahrzeug Zeit. Mittels Kontrollkarte wurde zu-nächst die richtige Zusammenstellung des zur Fahrgestellnummer hergestellten Fahrzeuges wichtig. Es gab eine Menge Länderspezifika zu beachten. Je länger die Fahrt dauerte, um so mehr Ausstattungsnummern fielen ihm wieder ein. Ein wahrer Katalog. Zur Abnahme selbst konnte er folgendes berichten: Wenn das Fahrzeug maßllich insbesondere an den markanten Punkten Haube / Scheinwerferdeckel oder Spaltmaße Türen zum Seitenteil nicht stimmig war, wurde gerne mit Holzklotz und Hammer nachgearbeitet. Gerne wurde auch etwas Material abgehobelt und aus- gebessert. Falls es nicht damit getan war, wurde das Fahrzeug intensiv mit Verzinnen und Lackieren nachgearbeitet und musste anschließend noch einmal durch die Endkontrolle. Probleme gab es auch mit der Passung der Führung des Dreiecksfensters oder auch der Gummileiste am Targabügel zur Kurbelscheibe hin, wo oft die Einfassleiste unterfüttert werden musste, um nur einige Beispiele zu nennen. Es wurde berichtet, dass damals im Werk der Schnaps aus der heute sehr teuren Nabenkappe der Alufelgen getrunken wurde und gerne die Zeituhren der Mittelkonsole entwendet wurden. Der Zeitzeuge blieb bis abends und konnte auch nach dem Abendessen zahlreiche Fragen auch den holländischen Gästen beantworten.  

Sonntags traf man sich noch zu einer kurzen kurvenreichen Ausfahrt, die über Bad Essen mit kurzem Fotoaufenthalt führte.

Im Kurpark Bad Rothenfelde

Der Abschluss fand dann später gegen Mittag am Automuseum Melle statt.

Hier erfolgte die Verabschiedung für das gelungene Treffen mit Dank an die Veranstalter. Das Museum selbst wurde nur noch von wenigen Teilnehmern aufgrund der für einige anstehenden längeren  Heimfahrt oder weil sie bereits bei  früheren  Veranstaltungen das Museum besichtigt hatten.

Veranstalterteam
Fazit: Ein gelungenes Treffen auch mal ohne  Teilnahmegebühren nach dem Motto Mann (Frau)  bezahlt  selbst, was gebraucht wird, mit besonderem Dank an Renate und Wilfried sowie den anderen Helfern für die Organisation. Da kommen wir doch gerne wieder...
Fotos:  Greogrius, Schweer, Text: Schweer

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